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Das flüssige Gold Marokkos

Arganöl-Kooperative

Arganöl, ein wunderbar nussig schmeckendes, höchst gesundes Speiseöl  sollte in Deutschland bekannt gemacht werden. Als verantwortungsvoller Importeur war es dem Auftraggeber wichtig, auch den sozialen Hintergrund zu beleuchten.

Der Fotojournalist Andreas Keuchel machte sich dazu auf den Weg nach Essaouira und fotografierte in der Arganöl-Kooperative Amal de Tamanar. Bild- und Textmaterial wurden zielgruppengerecht aufbereitet und Print-Redaktionen zur Verfügung gestellt:

Arganbäume stoppen Wüstenbildung
Islamische Frauen-Kooperative bewirtschaftet Biosphären-Reservat

Zoubida Charrouf arbeitet als Professorin für Chemie an der Universität Mohammed 5 in Rabat. Die oft einseitige Arbeit in wirtschaftlich orientierten Konzernen bereitete der Naturwissenschaftlerin aber keinen Spaß. Sie wollte durch Ihren Einsatz Sinnvolles tun. Die Forschung interessierte sie schon immer, und auch der Feminismus. Und natürlich ihr Land, Marokko. So wechselte sie nach einem kurzen Ausflug in die Wirtschaft zur Hochschule. Und hier fand sie das Thema, mit dem sie all Ihre Interessen verbinden konnte - argania spinosa, den Arganbaum.

Zwischen Agadir und Essaouira liegt der weltweit einmalige Wald aus Arganbäumen. 1998 wurde er von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Aber auch dieser Wald, Stützpfeiler der gesamten Region, ist bedroht. 600 Hektar verschwanden bisher pro Jahr. Die Versorgung der Bevölkerung und das ökologische Gleichgewicht der Region wurden in Frage gestellt. Denn Arganbäume sind Weide für das Vieh, liefern Holz, Speiseöl, Medizin, und bieten einen natürlichen Schutz gegen die Verwüstung weiter Landstriche.

Zoubida Charrouf  entdeckte im Rahmen ihrer Forschungen über Heilpflanzen den Wert des Arganbaumes für die Berber. Aber sie erkannte auch, dass eine sinnvolle Nutzung ohne eine hinter der Idee stehenden Bevölkerung keine Perspektive hat. Man konnte nicht hoffen, daß die Einwohner diese trockene Region des marokkanischen Südwestens nur bewahren helfen, weil sie eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt und bei der Bekämpfung der Versteppung spielt. Dies sind zu entfernte Anliegen für die sozial stark benachteiligte Bevölkerung. Also muß auch die sozioökonomische Lage der Landbevölkerung  verbessert werden, damit eine nachhaltige Nutzung dieses einmaligen Waldes gewährleistet ist.

Mit Hilfe der UNESCO schuf Charrouf 1995 eine Frauen-Genossenschaft zur Produktion und Vermarktung des wichtigsten Produktes des Arganbaumes, das Arganöl. Und die Genossenschaft Amal de Tamanar hat  bereits Erfolge vorzuweisen. Die Bewußtseinsbildung in der Bevölkerungen spiegelt sich durch Neubepflanzungen wieder. Die Berber haben den Wert des Baumes für eine sichere Zukunft erkannt, und möchten ihn erhalten.

Früchte sammeln, das Fruchtfleisch entfernen, die Nuß aufbrechen, die darin enthaltenen kleinen Mandeln rösten, diese in einer Armmühle aus Stein zerquetschen, den erhaltenen Teig mit lauwarmem Wasser vermengen und kneten und schließlich pressen, um so das wertvolle Öl mit dem unvergleichlichen Haselnußgeschmack zu extrahieren.
Ein langwieriger und undankbarer Job. Ein Liter Öl verlangte nicht weniger als 20 Stunden harter Arbeit. Und wie so oft bei monotonen Tätigkeiten, sind es die Frauen und kleinen Mädchen, die sich damit beschäftigen müssen ...


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